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Jubiläumskonzert: 125-Jahre Pauluskirche Basel

vor 27 Minuten
2 Min. Lesezeit

Im Jahr 1901 befinden wir uns unmittelbar an der Jahrhundertwende, die in Europa grosse Umwälzungen mit sich brachte. Seit dem Mord an der Kaiserin „Sissi“ waren erst drei Jahre vergangen, und es entstand eine grosse Spannung zwischen traditionellen und neueren Strömungen in Kunst und Gesellschaft. Technische Innovationen wie Elektrizität, Telefon und erste Automobile erhielten durch eine wirtschaftliche Boomphase enormen Aufschwung. Gleichzeitig war auch spürbar, dass eine alte, vertraute Welt unwiderruflich Neuerungen Platz machen würde. Die Pauluskirche war seit ihrem Bau unmittelbar in das Bachlettenquartier eingebunden, das um die Jahrhundertwende ein aufstrebendes Quartier mit vielen prunkvollen Neubauten war.

Die Menschen sehnten sich in dieser Zeit des Umbruchs nach Idylle und Harmonie. Bauten wie die Pauluskirche waren daher mit ihrem teilweise rückwärtsgewandten, vom Historismus geprägten Baustil typisch für diese Zeit. Wer in diesem Bauwerk jedoch nur die einfache Sehnsucht nach dem Alten sieht, liegt falsch. Bei genauerer Betrachtung wurden bei diesem Kirchenbau auch völlig neuartige Ideen umgesetzt.

Die strenge, neuromanische Struktur wird durch dekorative Elemente und neuartige, kunstvolle Reliefs und Glasfenster jugendstilartig gebrochen. Die unmittelbare Spannung der Jahrhundertwende wird somit an vielen Stellen konkret greifbar.

Besonders auffällig ist der unkonventionell angeordnete Bau der Kirche, der sich klar von der traditionell langgestreckten Form abgrenzt. Stattdessen entwarfen die Architekten Curjel und Moser einen monumentalen Zentralbau auf dem Grundriss eines griechischen Kreuzes, das in vier gleich grosse Seiten gegliedert ist. Im Zentrum dieses Baus stehen Altar und Orgel, die eine architektonische Einheit bilden und optisch sehr prägend in das Konzept eingebunden sind.

Die ursprüngliche Orgel wurde 1901 von Jakob Zimmermann, einem bekannten Basler Orgelbauer, erbaut. Sie verfügte über eine pneumatische Traktur und war mit dem Kirchenraum als Gesamtkonzept verbunden. 1987 wurde von Orgelbau Kuhn eine neue Orgel gebaut. Dabei wurden zahlreiche historische Pfeifen der Zimmermann-Orgel übernommen, sodass ein wesentlicher Teil des spätromantischen Klangcharakters erhalten werden konnte.

Rund vierzig Jahre später war auch diese Orgel erheblich in die Jahre gekommen und genügte den Ansprüchen an ein zuverlässiges Konzertinstrument schon seit einiger Zeit nicht mehr. Der Verein Kulturkirche Paulus hat sich daher zum Ziel gesetzt, zum 125-jährigen Bestehen der Pauluskirche Geld für eine neue Sanierung aufzutreiben.

Gleichzeitig konnte mit grosser Unterstützung unseres Intendanten, David Rossel, Carl Rütti gewonnen werden, der sich bereit erklärt hat, zur Einweihung der neu restaurierten Orgel ein Auftragswerk für Chor, Soli und Orgel mit Bezug auf den Sakralbau der Kirche zu schreiben. Die Uraufführung dieses Werks zum 125-jährigen Jubiläum der Kirche mit gleichzeitiger Einweihung der neuen Orgel findet am Samstag, 24.10.26, um 19.30 statt. Alle Interessierten sind herzlich willkommen.

 
 
 

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