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Zwischen Zweifel und Vertrauen im Advent 2023

Aktualisiert: 25. Dez. 2023





Die Medienflut zu aktuellen Ereignissen ist immens gross und sie lässt mich etwas ratlos zurück. In Bethlehem wird kaum öffentlich gefeiert, zu gross ist die Angst vor Konflikten. Das jüdische Museum in Basel wird von Schulklassen nicht mehr besucht und regelmässig werden wir über die erhöhte Terrorgefahr auf dem Laufenden gehalten. Es ist nicht unbedingt einfach, dabei wie immer vertrauensvoll Weihnachten zu feiern, wie ich das seit meiner Kindheit kenne.

Was wir immer gemacht haben, ist das gemeinsame Singen von Weihnachtsliedern, aktuell dürfen es durchaus auch Winterlieder sein. In jedem Fall hilft nach meiner Beobachtung das Singen, in einen etwas ausgeglicheneren mentalen Zustand zu kommen und unmittelbare Gemeimsamkeit zu erleben. Aus diesem Grund ist das Singen von Liedern in der Schule während der Dezembertage besonders wichtig und wird überall intensiv gepflegt.

In der Coronazeit hat sich dabei die Aktivität auf die eigenen vier Wände verlagert. Dabei sind in meinem Unterricht einige interessante Onlineprojekte entstanden, die mir bis heute in guter Erinnerung geblieben sind (Link). Nun habe ich aktuell eine Abschlussklasse des Berufsfelds Pädagogik an der FMS damit beauftragt, Winter- oder Weihnachtslieder nach eigener Wahl zu singen, aufzunehmen und mir zu senden. Heute sind die Lieder bei mir im Postfach gelandet. Ich habe bei der Erläuterung gesagt: Wenn ihr es schafft, mich mit Eurem Lied echt zu überraschen und zu bewegen, überlege ich mir, eine hervorragende Note zu setzen. Zugegeben nicht unbedingt eine einfache Aufgabe, aber auch nicht unbedingt total ernst gemeint.

Nun habe ich mir die Aufnahmen heute ein erstes Mal angehört und bin bei einer Einsendung tatsächlich stutzig geworden. Die Schülerin hat eine eigene Version des Lieds «Have yourself a merry Little Christmas» nach der Version von Jude Garland realisiert. Die Umsetzung klingt derart differenziert in der Stimmgebung, dass ich zuerst kaum glauben konnte, dass diese Aufnahme von der betreffenden Schülerin sein soll. Also habe ich um einen Nachweis gebeten.

Kurz darauf kam die Antwort per Video und es hat sich gezeigt: Diese Aufnahme stammt tatsächlich von dieser Schülerin. In diesem Moment ist ein Schwall von Gefühlen über mich hereingebrochen. Zweifel waren in dieser Situation eigentlich völlig fehl am Platz. Vielmehr wären Vertrauen und Zutrauen besser gewesen. Dinge, die aus menschlicher und pädagogischer Sicht wichtig, wenn nicht gar essenziell sind. Lassen wir also das Gift des multimedialen Zeitalters nicht wirken, sondern bauen vermehrt auf direkte, menschliche Kooperation und Zusammenarbeit. «Have yourself a merry Little Christmas !“


 

 

 

 

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